Irgendwann würde ein wirklich knochenharter Trainer jedes mal, wenn
seine Mannschaft am Zug war, das lederne Ei zwischen die gegnerischen
Torstangen kicken lassen und nie mehr ein Spiel verlieren.
Charles Bukowski

Roter Stern Hübdüdü

SUPERCUP-
SIEGER
2005/2006


Besser als Ficken!


Am Hager Abendhimmel des 7. Januar 2006 blühte ein Frühling auf und sein Name war Roter Stern Hübdüdü und er gebar ein Hohelied von Ewigkeitswert: der Rote Stern Hübdüdü war Hager Supercupsieger und hatte damit verwirklicht, was Gott plante, als der den Menschen zu ihrem Glück den Fußball hinabsandte!

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16 Jahre hatte der Rote Stern auf diesen Abend gewartet. 17 Teilnahmen am Hager Supercup mit insgesamt 20 Mannschaften waren nötig, 116 Spiele, von denen 69 siegreich beendet wurden, 18 Unentschieden endeten und 32 verloren gingen. 260 Tore stehen 117 Gegentoren gegenüber. Allein: Spiel Nummer 116 wurde gewonnen!!! Und wie!!!!

Und das, obwohl es nach der durchwachsenen Vorrunde nicht unbedingt nach Erfolg aussah. Zumal sich Leistungsträger wie Nanni (Achillesehnenanriss) und Michael Zuther (Knie) so stark verletzten, dass sie für die Endrunde ausfielen.

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Außerdem fielen mit Tobi und Dave bereits zwei Stammkräfte wegen anderweitiger Verpflichtungen aus. Letzlich hat dies bei den Reststernen eine Trotzreaktion des Jetzt-Erst-Recht ausgelöst. Hinzu kam eine bemerkenswerte Spielerrekrutierung von Carsten, der Uwe vom anderen Roten Stern (Chaos) und Klaus Petersen anlocken konnte, was beide mit tadellosen Leistungen dankten.

Hinzu kam eine gesunde Einstellung. Absolut realistisch ging das erfahrene Hübdüdüteam (Durchschnittsalter 38,4 Jahre) davon aus, sowieso keine Chance zu haben - wie jedes Jahr halt. Nur diesmal wurde sie genutzt: Es war ein außergewöhnlicher Abend, an den alle Anwesenden noch lange denken werden. Eine Mannschaft hatte sich zu dieser Höhe aufgeschwungen, die rational nicht erklärbar ist - das Spiel der Rotschwarzen, bzw. an diesem Tage Rotgelben begann von Spiel zu Spiel immer mehr zu klingen, dass die Grenze zwischen Verabredung und freier Improvisation verschwamm: 4:1 gegen den Titelverteidiger Fortuna Keule!

CUPSIEG! SUPERCUPSIEG!!!! HAGER SUPERCUPSIEG !!!


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Euklidische Axiome spielten Fangball mit den Formeln elementarer Statik. Die Arithmetik hält eine saturnalische Kirmes; die Algebra macht Luftsprünge, das Spiel geht in einer Orgie athletischer Belustigung zu Ende. Nach dem erlösenden vierten Treffer von Arno gegen mittlerweile stark entnervte Fortunen, entlud sich die nahezu greifbare Spannung in der Hager Halle in orgasmischen Dimensionen auf, beim Torschützen, bei Mitspielern, bei den Fans. Für Sekunden waren Raum und Zeit verschmolzen, war die Schwere des Daseins in grenzenloser Leichtigkeit aufgehoben, in der totalen Ekstase. Es war die Entfesselung des Ichs von den Fesseln des Daseins in der Welt, von der trägen Körperlichkeit.. Es war, als ob man verginge, als ob man schwerelos würde und nichts mehr spürte vom niederdrückenden Erdengewicht des Körpers.
Dieser Kollektivzustand ist das Nirwana, der Zustand des Einsseins mit dem Kosmos, nach dem Philosophen, Asketen, Gurus und Yogis seit Jahrtausenden suchen. War nicht Arnos entscheidendes Tor eine Spur befreiender als ein gewöhnlicher Geschlechtsakt ? Das Hübdüdükollektiv, weit mehr als die Summe seiner einzelnen Teile, wurde an diesem denkwürdigen Abend weit über seine individuellen Fähigkeiten hinausgetragen und schlug der schleichenden Frühvergreisung (Durchschnittsalter 38,4 Jahre!) ein Schnippchen. Dieser epochale Geniestreich wird die Samtgemeinde noch lange beeinflussen.

Die Augen von Tido "Tiga" Gast verklären sich zu recht beim Anblick des Supercups auf dem heimischen Kamin nach 3 Monaten immer noch, wie die von Bernadette Soubirous, als ihr in der Grotte zu Lourdes die heilige Gottesmutter erstmals erschien.

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Ein Blick auf das grandiose Team:

Uwe Schüler (4 Hübdüdü Supercupspiele, 0 Tore) katapultiert sich flunderflach über das Parkett, katzengleiche Robinsonaden, brilliert mit eleganten Torvermeidungstaktiken., (es kann doch nicht nur einen geben!) - ein einziges Gegentor in 4 Endrundenpartien sprechen für sich!
David Haddenga (27/2): in der Vorrunde ebenfalls vorzügliche Linienakrobatik, universelle Vollkommenheit.
Tido Gast (84/39): seine Pässe atmeten den Geist der Reife., weitblickender, unbekannte Horizonte des Fußballspiels abschreitender, die Räume des Spielfelds geschwind durchmessender Stratege von odysseischen Gnaden.
Theo Janssen (14/0), notorisch unorthodox, Monolith der Verteidigung, überallig, figomenal, kurz: poetry in motion!
Udo Fischer (32/18) fror links hinten sämtliche Gegenspieler ein, unvergleichliche Mischung aus Kraft, Geschick und Ungeschick, Initiator brillanter Ballstafetten im Stakkatostil
Tobias Perrey (49/26) als frischgebackener Vater machte er sich in der Vorrunde erfolgreich für neue Atemtechniken stark, fand überraschend oft den Mitspieler, starker Auftritt.
Michael Zuther (10/12) entwickelte verletzungsbedingt leider ebenfalls nur in der Vorrunde ein pluralistisches Verhältnis zum eigenen Torschuss, was zu beliebig vielen Toren führte, chronisch begabt und mit Schönheit und Talent geschlagen. Seine Torquote erinnert an Gerd Müller.
Uwe "Achilles" Nanninga (86/31): Bewegungsexzentriker, genialer Langpassschläger, immer noch Drahtseilakt zwischen Trauma und Ekstase, Verletzungstragik in der Vorrunde
Arno Mennen (13/2), maradonesker Filigrantechniker, Meister der fußerzeugten Kunst, zentraler Stratege, genial wie eine Chopinsche chromatische Terzenkaskade.
Klaus Petersen (4/1)genoss das Fummeln auf Bauchnabelhöhe des Spielfelds, tänzelte auf dem Platz, als stammt er in der ersten Generation vom großen Rastelli ab - Schütze des wichtigen Ausgleichs im Cupfinal
Carsten Weidanz (30/22): er und der Ball - das erinnert an Casanova und eine Geliebte, ein Bild der Leidenschaft und Zärtlichkeit. Von Carsten lernen, heißt siegen lernen! Unser Luder: die Mutter des Erfolgs!
Stephan Ripken (50/25) und Stefan de Boer (41/12), der Betreuerstab am Spielfeldrand, geniale Taktiker und spendable Schenke schädelinnenwandagressiver Produkte
Reiner Campen (1/0): vibrierend in seiner unbefangenen und doch sensitiven Ausstrahlung. Der Mann, der die Abkürzung zum Supercupsieg kannte.

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