HI: Tiga, wie fühlt man sich als Sensationssieger des Hager Supercups?
Tiga: Es ist unbeschreiblich. Die erste Reaktion war ungläubiges Staunen, bis hin zur Fassungslosigkeit. Dann kam einfach nur große Freude und Begeisterung. Das geht allen so, die dabei waren. Es ist phantastisch, wenn beispielsweise Taxifahrer in Hage einem am Ziel der Fahrt beim Zücken des Portemonnaies sagen: "Cupsieger zahlen bei mir nichts"! Das sagt eigentlich alles - auch über den Stellenwert des Supercups in Hage.
Am 15. Juli findet übrigens die große Rotschwarze Supercupnacht statt. Da wird noch mal richtig gefeiert!
HI: Was bedeutet der Supercupsieg für den Roten Stern Hübdüdü?
Tiga: Das besondere an diesem wunderbaren Erfolg ist ja, dass der Supercup endlich nach Hause gekommen ist. Ich habe niemanden in der Halle getroffen, der uns den Sieg nicht gegönnt hat. Wir sind ja quasi Kinder des Supercups. Ohne den Hager Supercup gäbe es den Roten Stern Hübdüdü nicht. Zum 18. mal in Folge haben wir teilgenommen. Dieser Zusammenhang zwischen Verein und Veranstaltung macht den besonderen Reiz des Sieges aus. Ich behaupte einfach mal, dass der Supercup Hage auch ohne uns zwar zurecht kommt, aber es würde etwas fehlen. Für uns ist es einfach eine großartige, einmalige Sache, die sicher dem ganzen Verein noch einmal Auftrieb geben wird.
HI: Habt ihr selbst noch nach all den Jahren an den Sieg geglaubt?
Tiga: Na sicher! Wir sind zwar neben aller Phantasie immer auch Realisten und uns dessen durchaus bewusst, dass mittlerweile sehr gute Mannschaften mitkicken, die im Durchschnittsalter unsere Söhne sein könnten, auch wenn wir immer mit der nötigen Selbstironie über die schleichende Vergreisung des Sterns gelächelt haben. Umso schöner, dass wir nun endlich allen bewiesen haben, dass ein Team, eine wirklich funktionierende Mannschaft, alles erreichen kann, wenn man nur ganz fest daran glaubt. Allerdings hätte ich den Supercupsieg eher in der nächsten Generation erwartet. Wir hoffen, in dieser Hinsicht auch ein Vorbild für andere zu sein.
HI: Euer Erfolg dürfte auch den so genannten Passiven Auftrieb geben.
Tiga: Auf jeden Fall! Wir haben bewiesen, dass auch Nicht- Aktive Fußballer ernst zu nehmen sind und tollen Fußball spielen können. Immerhin hatte der Titelverteidiger im Endspiel nicht den Hauch einer Chance gegen uns. Glaube, Wille und Begeisterung können Berge versetzen. Und in der Halle ist immer einiges möglich. Alle haben gesehen, dass auch Nichtaktive Fußballer begeisternd kicken können.
HI: Wer war der Vater des Erfolgs?
Tiga: Man kann niemanden besonders herausnehmen. Der Erfolg war ein Erfolg, des ganzen Vereins, der gesamten Mannschaft, die im Turnierverlauf immer besser wurde und schließlich über sich hinaus gewachsen ist. Jeder einzelne, ob er nur in der Vorrunde zum Einsatz kam oder das Siegtor im Finale erzielte war gleich wichtig. Ebenso wichtig auch unser Team am Spielfeldrand. Vor allem Herpes und Stipken waren unglaublich wertvoll. Nur in einer solchen wirklichen Mannschaft, in der einer für den anderen gerannt ist, war es möglich, das beispielsweise Arno derart herausragende Leistungen abgeliefert hat. Schaut euch Carsten an: wenn es nicht rund läuft, sieht man in kaum auf dem Feld. Aber im Turnierverlauf hat er sich mit dem gesamten Team in einen wahren Rausch gespielt und ist gegen Fortuna Keule, aber auch schon gegen Forever Young abgegangen wie eine Hummel und hat Traumtore am Fliessband geschossen. Oder Theo, den ich noch nie so stark gesehen habe wie am Finaltag, oder Udo, oder …. Nicht vergessen darf man aber auch die Unterstützung in der Halle. Eine solche Begeisterung wie nach dem 4. Tor gegen Keule habe ich in Hage noch nie gesehen!
HI: Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter?
Tiga: Wir haben in der Tat darüber nachgedacht, den Verein nun aufzulösen. Stipken sagt, 37jährige spielen keinen Fußball mehr, oder wenn, dann jedenfalls nur gegen Gleichaltrige. Da ist sicher ein Körnchen Wahrheit dran. Aber, um ehrlich zu sein, es macht einfach noch viel zu viel Spaß um aufzuhören. Und solange das noch der Fall ist, spielen wir weiter. Hinzu kommt, dass wir uns ja nur 2, 3 mal im Jahr sehen und darauf wollen wir nicht verzichten. Stipken bemüht sich nun darum, altersgerechtere Sportarten in den Verein hinein zu tragen. Eine Boulle-Sparte ist schon in der Planungsphase. Aber Kicken war und ist das Fundament auf dem der Rote Stern steht. Außerdem hat unser eigenes Sommerturnier schon ein gewisse Tradition und wird dieses Jahr zum 14. mal ausgetragen. Auch das ist immer eine derart runde Sache, dass niemand ernsthaft ans Aufhören denkt. Und last not least haben wir durch den Supercup und unser Turnier im Laufe der Jahre unglaublich viele nette Leute kennen gelernt und es werden immer noch mehr. Das kann gerne noch ein paar Jahre so weiter gehen.
HI: Tiga, herzlichen Dank für das Gespräch und eine rauschende schwarzrote Supercupnacht!
Tiga: Ich danke euch. Und kommt vorbei am 15. Juli, das wird ne feine Sache das!